Kultur

 

Das kulturelle Leben in Edinburgh ist einfach unbeschreiblich: Eine schier unendliche Anzahl an interessanten Museen bietet seinen Besuchern eine Reise durch die historische Stadt und zeigt mit ihren verschiedenen Ausstellungen den Facettenreichtum von Edinburgh. Aber auch ein Theaterbesuch lohnt sich allemal - oder doch lieber auf den spuren des schottischen Whiskys wandeln und diesen auch noch im Scotch Whisky Heritage Centre kosten? Sie sehen - da müssen Sie sich entscheiden!

 

Museen

 

National Gallery of Scotland

Die National Gallery of Scotland befindet sich in einem prachtvollen Gebäude des neoklassischen Stils. Die Gemäldegalerie steht direkt neben dem Royal Scottish Academy Building auf The Mound in der New Town von Edinburgh. Das Bauwerk bietet eine einzigartige und ideale Atmosphäre für die ausgestellten Werke. Das von William Henry Playfair entworfene Gebäude wurde 1859 eröffnet. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf schottischer und europäischer Kunst. Zu den ausgestellten Werken gehört unter anderem Christus bei Maria und Martha von Jan Vermeer. In Zusammenarbeit mit der Royal Scottish Academy organisiert das Museum regelmäßig höchst erfolgreiche Ausstellungen zu Meistern wie Monet, Titian oder Gaugin. Wenn Sie eine Reise durch 500 Jahre schottische Geschichte machen möchten, ist die National Gallery of Scotland in Edinburgh genau das Richtige.

Öffnungszeiten: Freitag-Mittwoch 10 bis 17 Uhr

Donnerstag 10 bis 19 Uhr

Adresse: The Mound, Princess Street, New Town, Edinburgh

 

National Museum of Scotland

Das preisgekrönte Gebäude des National Museum of Scotland in der Old Town zählt zu den berühmtesten des ganzen Landes. Themenschwerpunkt bei den Ausstellungen ist die Geschichte und Kultur Schottlands. Auf eine sehr anschauliche Art werden hier mittels toller Ausstellungsgegenstände in fantasievollen Schaukästen die verschiedenen und alltäglichen Seiten des schottischen Lebens dargestellt. Darunter befinden sich Fossilien, Edelsteine, geologische Ausstellungsstücke, aber als Absolutes Highlight sind die Repliken schottischer Burghs und Dolly das Schaf.

Öffnungszeiten: Montag-Sonntag 10 bis 17 Uhr

Eintritt: kostenlos

Adresse: Chambers St , Edinburgh

 

Museum of Edinburgh

Das Museum of Edinburgh befindet sich in einem herrlich alten Gebäude, das aus dem Jahre 1570 stammt. Nicht nur von Außen beeindruckt das Museum, auch die Ausstellung im Inneren ist lohnenswert. Viele der Exponate stammen aus den Zeiten der Römer, die im Zuge der Expansion des römischen Reiches auch nach Schottland kamen, aber im Grunde ist die Besichtigung des Museums ein Spaziergang durch die Geschichte der schottischen Hauptstadt - von prähistorischen Zeiten bis in die Gegenwart hinein. Porzellan, Glaskunstwerk und viele weitere Artefakte unterstreichen dies hervorragend. Außerdem wird hier der "National Covenant" von 1638 ausgestellt und man kann einen Blick auf Halsband und Fressnapf des berühmten Hundes Greyfriar's Bobby werfen.

Öffnungszeiten: Montag-Samstag 10 bis 17 Uhr

Sonntag (im August) 12 bis 17 Uhr

Eintritt: kostenlos

Adresse: Huntly House, 142-146 Canongat, Edinburgh

 

National Gallery of Modern Arts

Die besten Werke der Nachkriegskunst werden in der Nationalgalerie für Moderne Kunst ausgestellt. 1984 wurde die Kunstgalerie eröffnet und gehört seitdem zu den beeindruckendsten Ausstellungsorte der Stadt. Zu den interessantesten Highlights zählen die Arbeiten moderner britischer Künstler, Aquarellgemälde von Mackintosh oder Werke des einheimischen Bildhauers Eduardo Paolozzi.

Öffnungszeiten: Freitag-Mittwoch 10 bis 17 Uhr

Donnerstag 10 bis 19 Uhr

Eintritt: kostenlos

Adresse: 75, Belford Road, Dean Village, Edinburgh

 

Scottish National Portrait Gallery

Die Scottish National Portrait Gallery stellt Werke schottischer Künstler vom 16. Jahrhundert bis heute aus. Die dargestellten Portraits erzählen eine ganz eigene Geschichte des Landes, denn es sind Menschen, die das öffentliche Leben und die Kultur Schottlands nachhaltig geprägt haben. Die Gesichter von Mary Stewart, politischer Rebellen oder wichtiger Persönlichkeiten des Landes wie Sean Connery zieren die Wände des Museums. Zudem gibt es Werke bedeutender europäischer Künstler wie Dalé, Matisse oder Picasso.

Öffnungszeiten: Freitag-Mittwoch 10 bis 17 Uhr

Donnerstag 10 bis 19 Uhr

Eintritt: kostenlos

Adresse: 1, Queen St, New Town, Edinburgh

 

People's Story Museum

Oral History nennt sich die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit den mündlichen Aussagen von Zeitzeugen beschäftigt. In diesem Sinne führt das People's Story Museum auf der Basis von mündlicher Übermittlung, Erinnerung und geschriebenen Quellen eine Ausstellung vor, die die Geschichte des einfachen Volkes von Edinburgh erzählt.

Öffnungszeiten: Montag-Samstag 10 bis 17 Uhr

Eintritt: kostenlos

Adresse: Canongate Tolbooth, Royal Mile, Edinburgh

 

Writers' Museum

In einem wunderschönen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert werden berühmte Schriftsteller wie Robert Burns, Sir Walter Scott und Robert Louis Stevenson vorgestellt.

Öffnungszeiten: Montag-Samstag 10 bis 17 Uhr

Sonntag 14 bis 17 Uhr

Eintritt: kostenlos

Adresse: Lady Stairs House, Lawnmarket, The Royal Mile, Edinburgh

 

Theater

 

Royal Lyceum Theatre

Der Spielplan d es Theaters in der Grindlay Street beherbergt zeitgenössische schottische Dramen und Klassiker, die von guten Schauspielern auf der Bühne aufgeführt werden. Bei einem Aufenthalt in Edinburgh sollte man sich hier ein Stück ansehen.

Adresse: Grindlay Street , Off Lothian Road , Edinburgh

http://www.lyceum.org.uk/

 

Ross Open Air Theatre

Die Kulisse der wunderschönen Princes Street Gardens eignet sich hervorragend für eine Freilichtbühne. Das dachten sich die Veranstalter auch und bauten das Ross Open Air Theatre. Hier werden vor allem Volkstanzshows und sowohl klassische als auch Pop Konzerte statt.

Adresse: Princes Street Gardens , Princes Street , Edinburgh

www.usherhall.co.uk

 

Church Hill Theatre

Das kleine Theater ist das Zuhause für kleine Aufführungen in verschiedenen Genres. Besonderes Highlight: häufig können Besucher auch bei Proben anwesend sein!

Adresse: 33 Morningside Road, Edinburgh

 

Sonstiges

 

Scotch Whisky Heritage Centre

Die Begriffe "Nip" oder "Scotch" sind in der ganzen Welt bekannt, wenn es um die Geschichte des schottischen Whiskys geht. Direkt neben Edinburgh Castle werden Ihnen über 300 Jahre Whiskyherstellung gezeigt und Sie werden in die Geheimnisse des "Wasser des Lebens" eingeführt. Mittels Film und einer Fahrt in einem Whiskyfass durch entscheidende Momente der Herstellung werden Ihnen die wichtigsten Schritte gezeigt. Theorie ist natürlich nicht alles: ein Meisterblender weiht Sie in die Geheimnisse des Blendens (Mischens) verschiedener Whiskys ein, bevor Sie am Ende des Rundgangs selbst kosten dürfen.

Öffnunsgzeiten: Montag-Sonntag 10 bis 17 Uhr

Eintritt: Erwachsene: 7,50£, Kinder: 3,50£

Adresse: 354 Castlehill, The Royal Mile, Edinburgh

 

 

Geschichte

 

Edinburgh kann auf eine über 2000 Jahre alte Geschichte zurückblicken, die mit vielen Ereignissen die Stadt zu ihrem heutigen Bilde geformt hat.

 

Die Wurzeln Edinburghs

Über den Ursprung der heutigen schottischen Hauptstadt Edinburgh wird noch immer gerätselt. Man nimmt an, dass der heutige Castle Rock, der Vulkanfelsen mit den drei Hängen, eine natürliche Verteidigungsstätte darstellte und sich daher zum Besiedeln anbot. Die ersten Spuren einer Besiedlung stammen aus der Zeit um 850 v. Chr. Später, um das Jahr 450 ließen sich hier die Pikten, ein keltischer Stamm, nieder. Zeitgleich lebten auch die Briten, ein weiterer keltischer Stamm, in Nordbritannien. Im 6. Jahrhundert kamen die Skoten, ein dritter keltischer Stamm, von Nordirland in die Region. Sie errichteten das Königreich Dalradia. Um das Jahr 700 rückten schließlich die Northumberland-Angeln nach Norden vor und kolonisierten den Südosten von Schottland. König Edwin zerstörte dabei die dort bestehende kleine Siedlung, um auf dem Castle Rock eine Festung, die Edwinesburg, zu errichten. Bis 1018 diente diese Festung den Schotten als südlicher Vorposten. Dennoch konnte dies nicht verhindern, dass die Engländer die Stadt sieben Mal plünderten.

 

Edinburgh im Mittelalter

Im 11. Jahrhundert begannen die Märkte am Fuße der Festung zu wachsen. Dadurch entwickelte sich Edinburgh zu einer wichtigen Siedlung. Um 1100 ließ der schottische König Malcolm III. Canmore eine Burg auf dem Felsen der Bucht Firth of Forth erbauen, sein Sohn, David I. gründete 1124 die Augustinerabtei Holyrood. Diese beiden Gebäude garantierten Sicherheit und Wohlstand und sorgten dafür, dass sich zwischen ihnen bald eine kleine Stadt entwickelte. Jedoch kam es im 13. und 14. Jahrhundert zu kriegerischen Auseinandersetzungen in der Region, so dass Edinburgh mehrere Male belagert, angegriffen und teilweise zerstört wurde. Mitte des 15. Jahrhunderts begann die Stadt, sich allmählich von diesen Rückschlägen zu erholen. 1450 errichtete man eine Stadtmauer, die die Altstadt und das Gebiet um den Grassmarket schützte. Dieses Gebiet war relativ klein, was dazu führte, dass der Wohnraum mit der steigenden Einwohnerzahl jedoch immer knapper wurde. Also war man dazu gezwungen, Häuser mit bis zu 12 Stockwerken zu errichten. In dieser Zeit brachte es die Stadt zu Wohlstand: das "College of Surgeons" wurde gegründet und der Buchdruck eingeführt. Mit dem Tod von James IV. in der Schlacht von Flodden im Jahr 1513 endete jedoch diese Blütezeit.

 

Der Weg in die Moderne

Im Jahre 1555 kehrte John Knox aus dem Exil zurück und verbreitete seine calvinistische Lehre, die in Schottland gut aufgenommen wurde. Fünf Jahre später gründete das schottische Parlament eine protestantische, von Rom unabhängige Kirche. Die Stadt entwickelte sich zusehends weiter, wenn auch das Stadtgebiet sich durch die steil abfallenden Felsen und den großen See am Fuße des Burgfelsens kaum ausdehnen konnte, so dass man schmale, hohe Häuser auf engstem Raum errichtete. 1603 bestieg König James VI. von Schottland den englischen Thron und verlegte seinen Hof von Edinburgh nach London. Auch ohne das Herrscherhaus Stuart entwickelte sich Edinburgh weiter. Im Jahre 1707 kam es schließlich zur Vereinigung Schottlands mit England zum Königreich Großbritannien. Edinburgh verlor dadurch zunehmend an Bedeutung. Im 18. Jahrhundert erlebten Wissenschaft und Kunst in der Stadt eine neue Blüte: Philosophen, Dichter und Maler kamen in die Stadt und die schottischen Ärzte gelangten durch ihre Forschungsarbeit und Erfindungen zu weltweitem Ruhm. Etwa zur selben Zeit traf der Edinburgher Stadtrat die Entscheidung, einen neuen Stadtteil am Fuße des Burgfelsens zu errichten. Daraufhin entwässerte man diese Ebene und unter der Leitung des berühmten Architekten James Craig entstand die "New Town" von Edinburgh.

 

In der Moderne angekommen

Im 19. Jahrhundert lebten in Edinburgh nach einem explosionsartigen Bevölkerungswachstum bereits 400.000 Einwohner, darunter viele Iren, die vor den Hungersnöten in ihrem Land geflohen waren. Um 1830 kam es jedoch zu einem abrupten Ende der Blütezeit Edinburghs, als die Literaten, Philosophen und Künstler nach London abwanderten. Im 20. Jahrhundert begann die Umsiedlung der Bewohner der Elendsviertel in neue Sozialbauten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es Edinburgh, langsam aber sicher wieder an Bedeutung zu gewinnen und das kulturelle Leben der Stadt erwachte zu neuer Blüte. Im Jahr 1974 wurden erstmalig das Edinburgh International Festival und das Festival Fringe veranstaltet und die University of Edinburgh gewann in den Bereichen Medizin, Elektronik und künstlicher Elektronik an Prestige und wurde zur Lehr- und Forschungseinrichtung von internationalem Rang. 1995 wurden Old - und New Town von Edinburgh ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Im Jahr 1997, nach dem Gewinn der Wahlen stimmte die Labour Partei im zweiten Referendum über die Frage nach der Einrichtung eines schottischen Parlaments erfolgreich ab. 1999 tagte das schottische Parlament erstmalig wieder in Edinburgh. Die Stadt präsentiert sich seinen Besuchern heute mit einem neuen Bewusstsein für seine Bedeutung.